Warum ausgerechnet 40 Tage?
Im Erzbistum Berlin sind wir nicht die ersten, die eine Aktion "40 Tage" starten. Unsere Vorbilder sind Jahrtausende alt:
Bei der Sintflut hatte es 40 Tage geregnet; das lange Ausbleiben von Mose auf dem Berg Sinai dauerte 40 Tage; Elia hielt sich 40 Tage in der Wüste auf. Jesus fastete 40 Tage, und es vergingen nach seiner Auferstehung noch 40 Tage bis zu seiner Heimkehr zum Vater.
Die 40 finden wir in der Bibel immer dann, wenn eine Dauer angegeben werden soll, und wenn die Dauer sehr lang ist, eigentlich unerträglich lang. Im hebräischen Alphabet, in dem jeder Buchstaben auch einen Zahlenwert hat, wird die 40 durch das "Mem" wiedergegeben, das wiederum für das Wasser steht, hebräisch "majim". Mem ist also das Fließende, Bewegende; Wasser und Mem verweisen damit auch auf die Zeit, die ebenso fließend ist, ohne erkennbares Ende. (Übrigens drückt sich dieses Fließen des Wassers und der Zeit im althebräischen Zeichen für das Mem aus, von dem über die griechische Schrift schließlich unser M gekommen ist.)
Die 40 bedeutet, dass man warten muss, bis zum Äußersten, bis zum Punkt der Krise, an dem unsere Maßstäbe zerbrechen und wir frei werden für die Begegnung mit dem lebendigen Gott. Letztlich geht es bei "unseren 40 Tagen" genau darum: Gottes heiligen Willen zu erkennen und Seinem Wirken nicht im Wege zu stehen.
Im letzten Jahr gabe es übrigens in den USA eine vierzigtägige Pro-life-Kampagne. Das Anliegen des Lebensschutzes sollte durch Fasten und Gebet vor Gott gebracht werden. Hier noch ein paar Bilder von der Aktion aus der Diözese Fargo.

