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Das Erzbistum Berlin betet 40 Tage um geistliche Berufungen

Sommerquatember

Mit dem heutigen Montag der siebten Osterwoche beginnen die Quatembertage, die den Sommer einläuten. Im liturgischen Direktorium heißt es dazu: "In dieser Woche wird besonders um Priester- und Ordensberufungen gebetet. Diesem Anliegen möge in den Fürbitten eigens gedacht werden." Im Messbuch gibt es sogar eine eigene Quatembermesse für die Woche vor Pfingsten (Band II, S. 267 ff.).

 

Schon in ältester Zeit galten der Beginn des Frühlings, des Sommers, des Herbstes und des Winters für die Christen als Zeit des Fastens, Betens und guter Werke. "Quatuor tempora" (Quatember), "vier Jahreszeiten" nannte man in Rom seit dem 8. Jahrhundert diese Anfangstage. Die uns erhaltenen 25 Quatemberpredigten des heiligen Papstes Leos des Großen († 461) zeigen - mit Hinweis auf die vier Jahreszeiten - eindringlich die Notwendigkeit dauernder Läuterung. Damals war es schon festverwurzelte Gewohnheit, in den Quatemberwochen "am Mittwoch und Freitag zu fasten und am Samstag beim heiligen Petrus die Vigilien zu feiern". 

 

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben die Bischofskonferenzen des deutschsprachigen Gebietes die erste Adventswoche, die erste Fastenwoche, die Woche vor Pfingsten und die erste Oktoberwoche als Quatember festgelegt und nannten als deren Grundthema die "geistliche Erneuerung der Gemeinde". Die Quatembertage des Advents und der Fastenzeit und jene in der Woche vor Pfingsten bestärken den Sinn dieser Zeiten der Buße und des Gebetes; die Quatembertage in der ersten Oktoberwoche legen eine Verbindung mit dem Erntedank nahe; dieser war schon eine der Wurzeln für das Begehen von Quatembertagen im frühchristlichen Rom.

 

Seit dem 5. Jahrhundert dienten die Quatembertage auch der Vorbereitung und Erteilung der Heiligen Weihen. Darum sind die Quatember bis heute besondere Zeites des Gebetes um Priester- und Ordensberufe. Für die wahre Wertschätzung der geistlichen Berufe in der Kirche ist es von großer Bedeutung, dass auch öffentlich für die schon Berufenen und um neue Berufungen gebetet wird; sie sind ja nicht das Ergebnis geschickter Werbung, es ist der Herr, der beruft und sendet, wen er will. Nach seinem Gebot: "Bittet den Herrn der Ernte..." soll die Kirche sich aber öffnen und bereit machen für diese "Gaben", die Gott ihr schenken will; zudem ist allen Glaubenden aufgetragen, geistliche Berufungen zu fördern durch das Zeugnis christlichen Lebens. 

 

Die Quatembertage laden uns ein, dieses Anliegen der Kirche wieder aufzugreifen - sowohl im Gebet, aber auch im bewusst geleisteten Verzicht: In der alten Fastenordnung, die noch Bischof Christian Schreiber für das Bistum Berlin erlassen hatte, war für den Quatember-Mittwoch, -Freitag und -Samstag jeweils nur eine sättigende Mahlzeit erlaubt. Diese Regel gibt es heute nicht mehr. Nichtsdestotrotz erhält unser Gebet eine besondere Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit, wenn wir es auch durch Opfer und Verzicht bekräftigen. 

40 Tage ist eine Aktion des Erzbistums Berlin Impressum Kontakt