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Das Erzbistum Berlin betet 40 Tage um geistliche Berufungen

"Die Liebe findet stets Mittel und Wege."

Dass Gott auch in tiefster brandenburgischer Diaspora Gläubige beruft, seine Liebe zu den Menschen zu bringen, zeigt das Leben der Mutter Maria-Teresa vom hl. Josef:

 

 

Maria Tauscher wurde am 19. Juni 1855 in Sandow (östlich von Frankfurt/Oder) geboren. Sie stammte aus einer tiefgläubigen evangelischen Pastorenfamilie. Schon in jungen Jahren sehnte sie sich nach einem Leben, das nur Gott gehört.

 

Nach langem Suchen konvertierte Maria in Köln mit 33 Jahren zum katholischen Glauben. Das bedeutete für sie die fristlose Kündigung ihrer Arbeitsstelle und den Bruch mit ihrer Familie. Arm und heimatlos fand sie nun als Gesellschafterin Aufnahme im Haus einer Berliner Familie. Und sie begann ihr Leben in den Dienst Gottes und in die Sorge der Menschen zu stellen, die in den vielfältigen Nöten der Großstadt lebten. "Den größten Schmerz bereiteten mir die Kinder." Sie wurden in Berliner Lokalanzeigen zum Verkauf angeboten. Für sie wollte sie ein zu Hause schaffen. "Heimat für Heimatlose, so hieß das rote Haus, das mir von Jugend an vorschwebte. Voll Begeisterung beschloss ich, den Armen und Leidenden mit des göttlichen Heilandes selbstverständlicher Liebe zu dienen." Diese "Phantasiehaus" erhielt 1891 eine Adresse: Pappelallee 112. Das war die Wiege der vielen St. Josefsheime, die in den folgenden Jahren vor ihr gegründet werden konnten.

 

Doch allein war diese Aufgabe nicht zu erfüllen. Eines Tages war Maria Tauscher auf die Selbstbiographie der Hl. Teresa von Avila gestoßen. "Mein Ideal hatte ich gefunden. Der Karmel war's und nur der Karmel." Nach langem inneren Ringen und trotz vieler Schwierigkeiten, die ihr selbst von bischöflicher Seite bereitet wurden, erhielt sie 1903 die langersehnte kirchliche Anerkennung für den "Karmel vom Göttlichen Herzen Jesu".

 

Neben der Arbeit für die Kinder (Heime in Oranienburg, Weißensee, Schöneberg, Neukölln und Charlottenburg) trugen die Schwestern auch zum Aufbau der katholischen Kirche in Berlin bei. 1896 begann Mutter Maria Teresa vom hl. Josef, wie sie jetzt hieß, mit einer Postulantin, die italienisch sprechen konnte, die Mission unter den zahllosen italienischen Gastarbeitern, und 1897 begann sie die Hausmission, die reiche Früchte trug.

 

Mutter Maria Teresa starb am 20. September 1938 im Mutterhaus in Sittard, Niedelande. Ihr Orden zählt heute in 20 Ländern über 1000 Schwestern. Am 13. Mai 2006 wurde sie in Roermond seliggesprochen. Ihr Gedenken begehen wir am 30. Oktober.

  

Tagesgebet:

Allmächtiger und barmherziger Gott, du hast die Selige Maria Tauscher mit einer wunderbaren Sorge erfüllt, deinem Volk in Ausdauer durch Gebet und Arbeit zu dienen. Gewähre uns auf ihre Fürsprache, dass auch wir in allen Schwierigkeiten mit der selben Liebe wirken und mit Einsatz dem Aufbau deiner Kirche dienen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen. 

 

Artikel im Bautz 

 

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