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Das Erzbistum Berlin betet 40 Tage um geistliche Berufungen

Gefahr der Verweltlichung

Zu weltlich, Widerstand gegen das Priestergewand, die Ordenstracht und den Gehorsam gegenüber den Oberen, wenig Interesse für das Gebet und das Gemeinschaftsleben: Mit diesen Worten fasst Kardinal Franc Rodé, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, in einem Interview mit der Turiner Tageszeitung „La Stampa“ einige der problematischen Aspekte des zeitgenössischen Priester- und Ordenslebens zusammen.

Zenit zetiert ihn: „Die Verbürgerlichung und der moralische Relativismus sind die beiden großen Gefahren, die das Ordensleben schwächen“. Der Rückgang der Berufungen sei zwar von geringem Gewicht (0,7 Prozent im Jahr 2006), dennoch seien gegenwärtig die größten Probleme von der Atmosphäre der Säkularisierung bestimmt, die sich nicht nur im Westen, sondern auch in der Kirche bemerkbar mache.

Die Indikatoren hierfür sieht Kardinal Rodé in einer schrankenlosen Freiheit, einem schwachen Familiensinn, einem verweltlichten Geist, einer geringen Sichtbarkeit der Ordenstracht, einer Abwertung des Gebetes, einem ungenügenden Gemeinschaftsleben und einem geringen Sinn für den Gehorsam.

Während der 27 Jahre des Pontifikats Johannes Pauls II. gingen die Ordenberufe weltweit um 25 Prozent zurück. Gleichzeitig entwickelte sich immer klarer ein auseinanderdriftendes Verhältnis zwischen den Berufungen in Männer- und Frauenkongregationen. Kardinal Rodé stellte diesbezüglich fest, dass die kontemplativen Orden die größte Anziehungskraft auf junge Menschen ausübten, da diese eine radikalere Lebensentscheidung verlangten.

Nach offiziellen Angaben des Heiligen Stuhls waren im Jahr 2006 offiziell 196.473 Ordensmänner verzeichnet, 137.058 Ordenspriester und 55.030 Ordensbrüder. Die Zahl der Ordensschwestern hingegen belief sich auf 836.091.

 

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