die edlen Samenkörner schützen
"...Soll uns doch nicht infolge der (in der österlichen Zeit) gestatteten größeren Annehmlichkeiten der Genuß der Freude irgendeiner Nachlässigkeit schuldig machen! Wenn nämlich das Erdreich unseres Fleisches nicht beständig bearbeitet wird, so bringt es, da es brach und träge daliegt, rasch Dornen und Disteln hervor. Gegen seine Bestimmung wird es Früchte zeitigen, die nicht in die Scheunen gehören, sondern durch Feuer vernichtet werden müssen, gemäß dem Worte des Herrn: "Jede Pflanzung, die nicht mein himmlischer Vater angelegt hat, wird ausgerodet werden". Wir müssen also all die edlen Samenkörner und Schößlinge, die wir aus dem Garten des göttlichen Sämanns bekommen haben, sorgfältig schützen. Mit rühriger Umsicht müssen wir darauf achten, daß nicht die Hinterlist des neidischen Feindes diesen Geschenken Gottes irgendeinen Schaden zufügt und im Paradiese der Tugenden ein Gestrüpp von Lastern emporschießt.
Um dieses Übel abzuwenden, gibt es kein wirksameres Mittel als das Almosen und das Fasten. Enthaltsamkeit tötet die Begierden des Fleisches, und eifrig geübte Barmherzigkeit mehrt die Früchte, wie sie sich unsere Seele wünscht. Daher richte ich an euch, geliebte Brüder, die feierliche Mahnung, am Mittwoch und Freitag mit mir zu fasten, beseelt von dem Verlangen, durch Kasteiung des Fleisches und Werke der Liebe von allem Schmutze der Sünde rein zu werden. Am Samstag wollen wir dann beim hochseligen Apostel Petrus die Vigilien feiern! Glauben wir doch, daß wir durch seine Verdienste und auf seine Fürbitte hin in allem solche Hilfe erfahren sollen, daß Gott auf unser Fasten und unsere Gelöbnisse gnädig herabsieht, durch Christus, unseren Herrn. Amen."

